Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Euer Engangement im Tierschutz

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Euer Engangement im Tierschutz

    Hier ist Platz für Eure Erfahrungen und Erlebnisse im Tierschutz.

    Wie habt Ihr die erste Zeit mit Eurem neuen Familienmitglied aus dem Tierschutz erlebt? Habt Ihr schon einmal an einer Fahrkette teilgenommen, einen Hund in sein neues Zuhause oder seine Pflegestelle gefahren? Welche Fahrt wird Euch immer in Erinnerung bleiben? Wie seid Ihr zum Tierschutz gekommen? Gab es ein entscheidendes Erlebnis, über das Ihr erzählen möchtet? Habt Ihr schon einmal einen Hund in Pflege genommen und auf sein neues Leben vorbereitet? Über welche traurigen, lustigen, berührenden, ärgerlichen, schönen Erlebnisse mit Euren Pflegehunden könnt Ihr berichten?

    Hinweis: Dies ist ein öffentlich einsehbarer Bereich.
    Liebe Grüße von Claudia
    mit Hope, Sammie, Püschel und Plisch

  • #2
    Alter Hund - na und? Oder "Second-Hand" Hunde sind die Besten! Mit Indra fing unsere Hundeliebe an... Sie war eine 14 Jahre alte Bobtail-Mix Hündin, die im Januar 2006 ins Tierheim Troisdorf abgeschoben wurde, da sie alt und krebskrank war. Diese nette, lebenslustige, freundliche (zu allem und jedem) Hündin war verfilzt und hatte mehrere Tumoren am Gesäuge, davon einen so groß wie ein Tennisball, der bereits seröse Flüssigkeit absonderte. Natürlich stellte sich im Tierheim die Frage, ob es noch operabel ist? Die untersuchende Tierärztin empfahl die OP sogar mit der Begründung, Indra sei noch so lebenslustig und fit, dass sie dadurch an Lebensqualität, für die ihr verbliebene Lebenszeit, gewinne. Vor der OP musste nun schnellstens eine Pflegestelle für die Hündin gefunden werden. Diese sind aber erfahrungsgemäß rar gesät. Denn wer nimmt schon ein so altes „vorgeformtes“ Tier in Pflege, mit dem Wissen, dass die Lebenserwartung nicht mehr allzu hoch sein wird? Netterweise bemühte sich ein Pärchen um Indra und nahm sie mit nach Hause. Da der große Tumor weiterhin Flüssigkeit absonderte, gingen die Pflegeleute vorsichtshalber zu ihrem Tierarzt, um sich Rat zu holen. Dieser Tierarzt warf dem Tierheim „Tierquälerei“ vor, da er der Meinung war, dieses Tier gehöre längst eingeschläfert. Eingeschüchtert von dieser Aussage, brachten die Pflegeleute Indra wieder ins Tierheim. Womit die Suche nach einer passenden Pflegestelle für die arme Hündin wieder von vorne anfing. Zu diesem Zeitpunkt war ich ehrenamtlich im Katzenbereich im Tierheim tätig und sah Indra dort und sie ging mir nicht mehr aus dem Kopf. So erzählte ich meinem Mann von ihr und wir überlegten, wie wir das wohl hinkriegen könnten, ihr einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Dazu sei gesagt, dass wir keinerlei Hundeerfahrung hatten und die bereits vorhandenen Katzen keinen Hund kannten. Trotzdem haben wir uns entschieden, der Hündin ein Zuhause zu geben. Schnell hat sich Indra, trotz ihrer anfänglichen Verlassensängste, an die neuen Gegebenheiten gewöhnt und die Katzen sogar an den Hund. Die erstuntersuchende Tierärztin führte die einstündige OP durch und war danach erstaunt, wie hervorragend die alte Hündin die OP überstanden hat. Sie bekam einen neuen Haarschnitt und es schien, als sei ein Schalter umgelegt worden - der Hund war wie ausgechselt. Sie wurde von Tag zu Tag lebenslustiger und tobte und spielte im Feld. Sie liebte es der Frisbee hinterher zu laufen und diese zurück zubringen. Überhaupt war Indra super erzogen, hörte auf's Wort und einfach toll für uns als Hundeanfänger! Was besseres hätte uns gar nicht passieren können! Uns wurde damals gesagt, die macht nicht mehr lange – auch nach der ersten OP, waren die Schätzungen nicht so optimistisch. Es wurden etwas mehr als 4 tolle Jahre, die uns die Hündin begleitete und sie hat uns vieles gelehrt in dieser Zeit. Und sie schlich sich so nebenbei ganz tief in unser Herz hinein!
    Erst haben wir nur eine Wolldecke als Schlafplatz gehabt und sie trug ihr altes Halsband. Lohnt sich ja nicht, dachten wir. Als es sich dann aber abzeichnete, dass die Dame gar nicht vor hat zu „gehen“, sondern immer mehr aufblühte, mutierten auch wir zu den üblichen „Zubehör“-Käufern. Was HUND halt so braucht… hier eine Leine, dort ein Halsband und och, das Geschirr ist doch noch viel besser! Sie hatte regelmäßig 2x im Jahr einen Termin beim Hundefriseur, bekam regelmäßig einen Check-up beim Tierarzt, Herz Ultraschall wurde gemacht – muss ja schließlich sein - sie wurde ja nicht jünger! Schlecht hören konnte sie gut, wobei ich mich bei alten Hunden immer frage, wie viel davon Alterstarsinn ist
    Ein Kumpel musste her, ein Hund alleine ist doch nicht artgerecht, dachten wir. Fündig wurden wir im TH Zollstock, dort saß ein schwarzer, alter Dackelmix – er wurde unser Heinz Paul Bommel. Bommel hat fast 2 Jahre bei uns seinen Lebensabend verbracht und starb an Leberkrebs am 28.09.2009. Das heißt, Indra hat auch ihn überlebt!
    Im Mai 2010 zeichnete sich dann ab, dass es ihr schlechter geht. Ein Ultraschall zeigte, dass die Leber wohl ihren Dienst versagt und Indra lagerte immer mehr „Wasser“ im Bauch ein. Am 29.05.2010 haben wir sie dann schweren Herzens im Alter von 18 Jahren erlösen lassen.
    Sie steht nun mit Bommel gemeinsam auf der Fensterbank – jeder in einer Herz-Urne und kann aus dem Fenster schauen…
    Wir möchten keine Minute mit diesem Hund missen! Sie war für uns genau die Richtige und ging doch viel zu früh!
    Alte Hunde sind was ganz besonderes, dass haben wir über die Jahre nun gelernt. Deshalb finden auch nur alte Hunde bei uns ein Zuhause!
    Jacqueline
    mit Lucy, Theo, Ben und den 6 Miezen

    Indra, Heinz Paul Bommel, Opi, Merlin und Didi - die uns ein Stück voraus gegangen sind...

    Kommentar


    • #3
      BLADE.....vom Brummbär zum HERZENSBRECHER

      Im Juli 2014 verstarb unser Berner Gottfried, er durfte 8,5 Jahre alt werden. Wir hatten ihn als Welpen bekommen und mit seinen Tod ging für uns die Welt unter, nichts war mehr wie vorher. Nach dem anfänglichen : Nie wieder einen Hund!! zog dann sehr schnell unsere Marlee hier ein, natürlich auch wieder Bernersennen aber ganz bewusst eine Hündin, damit nicht ständig mit Gottfried verglichen wird. Mit dieser süßen Maus zog auch die Freude wieder bei uns ein.

      Im August bekamen wir dann durch Facebook Bekannschaften mitgeteilt, dass es bei der Bernerrettung einen echten Notfall gäbe...guckt doch da mal. Na dann guckten wir halt. Es war genauso wie mit unserer Marlee, wir hatten nur ein Foto im Netz gesehen und wir waren uns sofort sicher: Dieser Notfall ist unserer!!!

      Ein wunderschöner 8,5 Jahre alter schwarzer Neufundländer mit einem Ball in der Schnute, also schnell alles in die Wege leiten, der Schatz MUSS zu uns. Nachdem wir die Vorkontolle überstanden hatten konnte es losgehen. Ganz wichtig zu sagen ist: Wir hatten vorher noch NIE mit dem Tierschutz zu tun und noch NIE einen zweiten Hund!! Für uns war das alles Neuland.

      Im September 2014 war es dann soweit, wir sind losgefahren um den Schatz nach Hause zu holen, wir hatten unsere kleine hier zu Hause gelassen und sind voller Vorfreude losgedüst. Nach 3 Stunden waren wir dann vor Ort. Als wir ihn endlich leibhaftig sehen konnten war klar, zurück geht es nur mit ihm! Er kam ganz freudig auf uns zu, ließ sich Geschirr und Leine anlegen und vor allem wollte der Bursche betüddelt werden. Der erste Weg aus dem Stall in dem er untergebracht war, war stürmisch, er war länger schon nicht richtig rausgekommen, aber als er erstmal draußen war ging es schon ganz gut. Wir hatten uns nun gegenseitig für GUT befunden und wollten nach Hause da trat schon das erste Problem auf: Blade wollte auf gar keinen Fall ins Auto steigen. Wir hatten 2 liebe Frauen vor Ort, die die Übergabe mit uns gemacht haben und wir haben wirklich gemeinsam ALLES versucht, nix ging. Um das ganz klar zu machen, biss mir Blade dann zwar vorsichtig aber doch schon bestimmt in die Hand. Es half nur noch ein TA der ihm dann etwas zur Beruhigung gab und so konnten wir ihn dann verladen und der Butscher lag schläfrig im Auto.

      Endlich zu Hause angekommen sprang er auch froh aus dem Auto, wir haben ein kleines Haus in einem Naturschutzgebiet und die Umgebung schien dem Butscher zu gefallen, allerdings kam dann der Moment an dem unsere Marlee mit ihren grade mal 4 Monaten aus dem Haus kam. Was soll ich sagen? Die Begeisterung von Blade hielt sich in Grenzen. Wir sind mit beiden Hunden dann erstmal ums Haus gelaufen und so lieb und freundlich der Schatz zu uns war so grimmig zeigte er sich doch unserer Maus gegenüber. Hier im Haus war es ganz furchtbar, unsere kleine war ja nun neugierig und wollte doch so gerne mal genau wissen WEN wir da mitgebracht hatten und das passte Blade nun gar nicht. Er grummelte sie an, ging richtig auf sie los, zeigte ihr seine wunderbaren Zähne, Kinder, es war grausam! Die Telefondrähte zwischen uns und der Bernerrettung glühten, wir waren wirklich hilflos und es war gut zu wissen das da wirklich IMMER jemand für uns da war, wenn es für uns Neulinge auch manchmal zuviel Input war. Der nächste Tag war genauso furchtbar, die Nacht zuvor habe ich mit unserer Marlee allein im Schlafzimmer verbracht und mein Mann im Wohnzimmer bei Blade auf der Couch. Blade fand das toll, ALLEINE mit seinem neuen Papa. Mich fand er auch nett nur das Fellbündel das ich dabei hatte ging gar nicht. Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, es war uns klar, das dieser Hund nicht viel gutes erlebt hatte und wir wollten ihm so gerne ein richtig gutes Leben bieten aber das passte irgendwie gar nicht. Ich kam dann auf die Idee zu unserem Hundetrainer zu fahren mit dem ich schon mit Gottfried gearbeitet hatte, natürlich hatte ich meine Marlee dabei, damit mein Mann sich in der Zeit mit Blade alleine beschäftigen konnte. Unser Hundetrainer sagte mir dann zu meinem Glück dann auch gleich einen Hausbesuch für Montag zu, jetzt hieß es also das Wochenende schadlos zu überstehen. Das haben wir geschafft indem wir uns aus dem Weg gegangen sind, was natürlich kein Zustand ist. Ihr könnt euch vorstellen welche Last von mir fiel, als am Montag endlich der Peter vor unserer Tür stand. Blade ging gleich auf ihn zu, als wusste er das dieser Mann irgendwie sein Schicksal bei uns bestimmen sollte. Er holte sich gleich seine Streicheleinheiten bei Peter ab und unsere Marlee kam gleich angedüst wollte natürlich auch dabei sein und sprang dem guten Peter so von hinten in die Kniekehle das er sich daniederlegte. Er stand auf lachte laut und sagte gleich: Kinder, ihr meint ihr habt Probleme?! Ihr habt da einen ganz tollen Hund geholt und ihr habt einen Welpen im Haus, das kann so nicht passen. Er war 2 Stunden bei uns, zeigte UNS was man mit Blade alles super machen konnte und hat UNS erstmal erklärt was eine Rangfolge ist und wie man die Hunde zusammen bringt. Und vor allem das so ein stürmischer
      Welpe einem älteren Hund einfach auf die Nerven geht. Wir haben gelernt was Blade durfte und wo wir einschreiten mussten um ihm seine Grenzen zu setzen.

      Wir haben alles befolgt und siehe da, die Erfolge stellten sich ein! Es war nicht leicht, denn es gab abgesehen von Marlee noch andere Punkte die Blade nicht mochte, wie ältere Männer, grad wenn sie Kappen trugen, Radfahrer, andere Hunde und vor allem kleinere Kinder. Eine große Veränderung brachte dann noch die Kastration im Januar 2015! Wieder bekamen wir ihn nicht ins Auto und so kam unser TA wieder ins Haus, sedierte ihn hier und nahm ihn mit in die Praxis, schon als wir ihn abends abholten ging seine Rute ganz eifrig als er unsere Stimmen hörte. Die holen mich tatsächlich wieder ab! Dieses erneute ihn nach Hause holen, ihm zu zeigen: Freund, du bist hier KEIN Gast, du gehörst zu uns und die für die erste Zeit anfallende intensive Pflege haben uns noch enger zusammenwachsen lassen.

      Wo stehen wir heute?? Blade und Marlee...er nun 10 Jahre alt und Marlee 20 Monate alt sind ein absolutes Dreamteam! Spaziergänge mit beiden ist eine wahre Freude, sie spielen zusammen, fressen gemeinsam liegen hier ganz eng aneinander gekuschelt und sie schläft auch neuerdings lieber abends bei ihm, mit der Nase an seinen Pfoten und kommt erst in den frühen Morgenstunden zu mir ins Schlafzimmer, außer ihr Papa ist da, dann geht das anders. Blade ist immer da wo wir sind, freut sich überschwenglich wenn wir nach Hause kommen, kuschelt und knutscht uns mit Begeisterung ( Neufundländerküsse sind NASS ) und wir könnten uns das Leben ohne ihn gar nicht mehr vorstellen. Für uns war es die beste Entscheidung, die wir treffen konnten und der Einstieg in den Tierschutz.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Jeder Hund ist ein Traumhund und hat es verdient geliebt zu werden, und es gibt für jedes Problem eine Lösung! Wie so oft sind oder machen wir Menschen die Probleme, wenn man nur WILL kann man alles erarbeiten, Geduld und die Liebe zum Hund sind erforderlich, alles andere bringt die Zeit.



      Liebe Grüße aus den Dammer Bergen
      Anja und die Bärenkinder

      Kommentar

      Lädt...
      X